Rollstuhlfechten: Zwei Podestplätze für Jenaer Uwe Bartmann

Bei den offenen Deutschen Meisterschaften im Rollstuhlfechten am vergangenen Wochenende in Heidelberg errang Thüringens einziger Starter Uwe Bartmann (RSV Jena Caputs / FSC Jena) eine Silber- und eine Bronzemedaille.

 

Der Jenaer startete optimal in den Wettkampf in seiner Paradewaffe, dem Degen. Ohne Niederlage überstand er seine Vorrunde und wurde für die K.O.-Runde an Rang 2 gesetzt. In der Direktausscheidung ging der Siegeszug weiter und so traf Uwe Bartmann im Halbfinale auf Balwinder Cheema aus Rostock. Lange Zeit war es ein ausgeglichener Kampf, doch am Ende zog der gebürtige Inder davon und siegte mit 15:10. Um nicht mit leeren Händen aus dem Wettkampf zu gehen, musste somit für Bartmann ein Sieg im „kleinen Finale“ gegen Frederico de Oliviera (Fechtclub Bern) her. Von Anfang an dominierte der Jenaer das Gefecht und verließ mit 15:6 als klarer Sieger und Bronzemedaillegewinner die Planche. Deutscher Meister wurde der Rostocker Cheema mit 15:8 gegen den Berliner Holger Kratzat.

 

Im Florettwettbewerb konnte sich Uwe Bartmann nach den Vorrunden trotz einer Niederlage an die Spitzenposition des Direktausscheides setzen. Auch hier wurde es erst im Halbfinale spannend. Erneut waren es die drei Top-Athleten Cheema, Kratzat und Bartmann sowie der Böblinger Tim Widmaier, die um die Medaillen kämpften. Während Cheema gegen Widmaier klar gewann, machte es Uwe Bartmann spannend. Eine klare Führung schmolz plötzlich dahin und bis zum Stand von 12:10 kam der Berliner dem Thüringer recht nahe. Mit einer konzentrierten Leistung gewann Uwe Bartmann das Halbfinale noch mit 15:11. Kratzat sicherte sich danach im Kampf um Bronze den dritten Platz äußerst knapp mit 15:14 gegen Widmaier.

Im Finale kam es zur Revanche gegen der Rostocker Cheema. Überlegen führte Bartmann das Gefecht und lag klar mit 8:1 vorne. Aber plötzlich gelang nichts mehr: Cheema holte Treffer für Treffer auf und glich zum 8:8 aus. Bis zum 10:10 blieb es ausgeglichen, doch ab diesem Zeitpunkt war es nur noch der Rostocker, der punktete, sich mit einem 15:10-Sieg die Goldmedaille sicherte und Uwe Bartmann auf den zweiten Platz verwies.

 

Auch wenn es am Ende nicht zum Titelgewinn gereicht hat, zog Bartmann ein positive Fazit. „In meinem Alter kann man athletisch mit den jungen Leuten nicht mehr mithalten, aber durch die taktische Erfahrung habe ich viel wett machen können“, meinte der 54jährige Jenaer, der in den 1980er und 90er Jahren zur Weltspitze gehörte.

„Natürlich ist es ärgerlich, ein lange Zeit souverän geführtes Finalgefecht noch aus der Hand zu geben, aber auf der anderen Seite bin ich froh, dass sich in Deutschland neben der steigenden Zahl von Rollstuhlfechtern nun auch das Niveau der kommenden Generation deutlich hebt und wir bald wieder deutsche Fechter international auf vorderen Plätzen sehen dürften“, bilanzierte Uwe Bartmann die Wettkämpfe.

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